25 Jahrbuch des SC Algund
 
Grußworte
des Landeshauptmannes

Liebe Sportfreunde!

Was ist erstrebenswerter: ausgezeichnete Leistungen im Spitzensport erbringen oder aus spontaner Freude zu der großen Anzahl der sog. Breitensportler zu gehören? Ohne lange zu überlegen, wissen wir, daß beides gebraucht wird! Was wäre der sog. Spitzensport ohne das begeisterte Interesse vieler Anhänger? Er würde sich zu einem Stelldichein einiger weniger reduzieren, denn den großen Sprung in die Weltklasse schaffen nur die Asse. Um so wichtiger war und bleibt die ungezwungene, nicht immer mit Leistungsdruck verbundene aktive Sportausübung eines jeden Menschen. Sportliche Betätigung steigert nicht nur das körperliche und seelische Wohlbefinden, sondern ist auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, festigt das Was ist erstrebenswerter: ausgezeichnete Leistungen im Spitzensport erbringen oder aus spontaner Zusammengehörigkeitsgefühl und das Selbstbewußtsein in der Dorfgemeinschaft. Ganz besonders freuen wir uns, daß es dem Sportclub Algund gelungen ist, beide Komponenten, den sog. Breiten- und Spitzensport, miteinander zu verbinden. Seit 1965 prägt dieser Sportclub das Dorfleben entscheidend mit. Lange Zeit stand kein eigener Sportplatz zur Verfugung; das Sportliche Interesse der Algunder blieb aber ungebrochen. Nach der Errichtung geeigneter Anlagen sind viele Sektionen wie Pilze aus dem Boden geschossen, denken wir nur an die 7 Fußballmannschaften oder den Kegelclub, der besonders großen Zuspruch findet. Die Erfolge bleiben auch auf nationaler und internationaler Ebene nicht aus. Öfters wurden aktiven Mitgliedern dieses Vereins hohe Auszeichnungen verliehen. Gerade diese gesunde Mischung, Sport als Freizeitbeschäftigung und das Können und Glück des Tüchtigen bei verschiedenen Wettbewerben, geben dem hiesigen Sportclub seine starke Verwurzelung in der Dorfgemeinschaft. Wir danken heute dem langjährigen Präsidenten Josef Höll für seine Pionierarbeit und seinen Einsatz. Er hat von Anfang an beim Aufbau dieses Vereins entscheidend mitgewirkt. Mein Dank gilt auch den vielen Organisatoren und freiwilligen Mitarbeitern, die zahlreiche Veranstaltungen des Sportclubs ermöglicht haben. Ich beglückwünsche die Dorfgemeinschaft Algund sehr herzlich zum 25jährigen Jubiläum ihres Sportclubs und wünsche allen noch viele spannende Dorfmeisterschaften, weiterhin Freude an dieser Art der Freizeitgestaltung sowie auch in Zukunft gute Erfolge bei nationalen und internationalen Meisterschaften.

Dr. Luis Durnwalder

 

Grußworte
des Bürgermeisters

Der Sportclub Algund feiert heuer sein 25 jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum soll für die gesamte Dorfgemeinschaft Anlaß zur Freude sein. Das Bestehen eines Sportclubs stellt sicherlich einen Mittelpunkt im Vereinswesen eines Dorfes dar, denn dieser gibt der Dorfjugend sowie auch allen anderen Bürgern, die sich sportlich betätigen wollen, eine sinnvolle Beschäftigung. Durch die Gründung des Sportclubs Algund hat sich im Jahre 1965 die Gelegenheit ergeben, der Jugend größere Möglichkeiten der sportlichen Betätigung zubieten. Aus diesem Grunde gilt denjenigen, welche damals die Gründung des Vereines mit viel Schwung und Energie vorangetrieben haben - an der Spitze dem Gründungspräsidenten Sepp Höll, welcher beute noch dem Verein als Präsident vorsteht, die Anerkennung und der Dank der gesamten Bevölkerung. Wenn der Sportclub Algund/Raiffeisen nun das 25 jährige Jubiläum feiert, so ist das nur den Leistungen und dem großen Einsatz der vielen Mitglieder zu verdanken, die dem Verein mit viel Idealismus und ohne wirtschaftliche Vorteile viele Stunden geopfert haben. Ohne sie könnte der Verein gar nicht bestehen. Nach einer schwierigen Anfangsphase konnte der Sportclub Algund im Jahre 1977 seine Tätigkeit erstmals auf dem neuerrichteten Sportplatz von Algund ausüben. Durch die Errichtung der Turnhalle bei der Mittelschule und der Kegelbahn im Vereinshaus sowie durch die Sanierung des Schwimmbades ergab sich die Möglichkeit, den Verein um einige Sektionen zu erweitern, so daß dieser nunmehr sieben Sektionen umfaßt. Daß der Sportclub Algund in den letzten Jahren nicht untätig war, beweist allein die Tatsache, daß aktive Mitglieder des Vereines verschiedene nationale und internationale Titel erringen konnten. Möge unsere einsatzbereite Sportjugend sich der Jahre des Aufbaues erinnern und weiterhin beim Sportclub Algund so mitarbeiten wie bisher. Denn nur durch den Einsatz aller ist es möglich, daß der Sportclub Algund Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblicken kann. Im Namen der Algunder Dorfgemeinschaft wünsche ich dem Sportclub Algund für die Zukunft viel Erfolg.

Der Bürgermeister Hans Gamper

 

25 Jahre Sportclub Algund = 
25 Jahre für die Jugend

 

Gemessen an der beute so schnellebigen Zeit ist ein Ruckblick in die Vergangenheit ein relativ kurzer Zeitabschnitt. Doch wieviel Idealismus, wieviel Zeitaufwand und Einsatzwillen gehörten dazu, um den Verein vor allem in der Phase ohne eigene Sportanlage über die Runden zu bringen. Deshalb waren wir gezwungen, unsere gesamte Tätigkeit für volle 11 Jahre zuerst in Rabland und später dann am Vieh-Marktplatz Meran abzuwickeln. Vor allem aber vor Baubeginn der Sportanlage, der sich immer und immer wieder verzögerte, gab es so manche unliebsame Überraschung, die zu Enttäuschungen unter den Sportlern führte. Wie ein roter Faden ziehen sich diese Schwierigkeiten und Hindernisse durch die Baugeschichte. Denke man nur, ah der Gemeinderat das Abänderungsprojekt von Geom. Rinner nicht genehmigen wollte, weil die beschlossene Beauftragung durch den Gemeindeausschuß nicht protokolliert worden war. Des öfteren wollte man schon alles aufgeben, aber das Bewußtsein, für unsere Jugend und im besonderen für die Sportjugend von Algund Etwas getan zu haben, gab uns immer wieder den Mut weiterzumachen. Besonders der Jugend eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten, war bereits bei der Gründung Leitmotiv. Durch die Fertigstellung der Sportanlage, Turnhalle und Kegelbahn erst wurde es möglich, den Sportclub auf eine breitere Basis zu stellen. Neue Sektionen wurden gegründet - z. Z. sind es sieben - und dem Trend der Zeit folgend, wurden auch den Freizeit- und Hobbysportlern Möglichkeiten der sportlichen Betätigung angeboten. So werden die sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Dorfmeisterschaften im Fussball und Kegeln alljährlich veranstaltet. Besonders erfreulich ist es, daß 1990 jeder 9. Algunder Burger an einer der vom SC Algund/Raiffeisen angebotenen Veranstaltungen teilgenommen hat. Sehr viele Aktive unseres Vereins haben großartige Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene erzielt. Der SC Algund/Raiffeisen kann wirklich Stolz sein auf die vielen Welt-, Europa-, Italien- und Landesmeister, denn sie haben unserem Verein zu Ansehen verholfen. AH unsere umfangreiche Tätigkeiten und die Erfolge wären nicht möglich gewesen, wenn nicht die finanziellen Voraussetzungen vorhanden waren. Deshalb möchte ich allen ein Dankeschön sagen, die uns in all den Jahren finanziell unterstutzt haben, allen voran der Südtiroler Landesregierung, unserem Sponsor der Raiffeisenkasse Algund, der Gemeindeverwaltung und der Südtiroler Landessparkasse. Danken möchte ich der Wirtschaft - ohne sie lauft im Sport beute wenig -, immer und immer wieder unterstützte sie uns durch ihre Werbebeiträge. Auch all jenen freien Mitarbeitern, die bei den Sommerfesten, bei den Veranstaltungen und 19 Jahre lang bei der Gestaltung der Faschingszeitung mitgeholfen haben, sei aufrichtig gedankt. Zu großem persönlichem Dank verpflichtet bin ich allen Ausschußmitgliedern und Mitarbeitern - sie alle haben die wirklich umfangreiche Tätigkeit des SC Algund/Raiffeisen mitgetragen und ermöglicht. Sie haben viel Freizeit dem SC Algund/Raiffeisen und damit der Jugend geopfert. Dadurch ist der SC Algund/Raiffeisen zu einem Eckpfeiler in der Algunder Dorfgemeinschaft geworden. Einen wohl wesentlichen Beitrag dazu habt Ihr, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, durch eine Unterstutzung, sei es in ideeller oder finanzieller Hinsicht, geleistet. Ihr habt ,,Euren" Sportverein nie im Stich gelassen. Herzlichen Dank! Vieles ist getan worden - viel mehr noch aber gilt es zu tun. Dessen sind wir uns alle bewußt! Das Bewußtsein, dadurch etwas für unsere Jugend und die Dorfgemeinschaft geschaffen zu haben, soll für uns alle Dank genug sein und uns die vielen Mühen und Anstrengungen vergessen lassen. Doch soll nach 25 Jahren eine neue Phase, ein neuer Abschnitt für den SC Algund/Raiffeisen beginnen. Die Voraussetzungen und die Motivation dafür waren und sind geschaffen.

Der Präsident Sepp Höll
 

Vereinschronik

 

Eine Vereinschronik wird normalerweise mit dem Gründungsdatum desselben begonnen, doch da  besonders auf sportlichem Gebiet  sicher schon früher Aktivitäten vorhanden waren, schien es uns notwendig, nach eventuell vorher schon bestehenden Sportvereinigungen zu forschen. Wir wurden bald fündig, denn bereits im Jahre 1934 hatte Algund eine Fußballmannschaft. So lesen wir in den ,,Dolomiten" vom 26. Februar 1934 unter dem Titel ,,Meraner Fußballmeisterschaft - Beginn am nächsten Sonntag" : ,,Vor dem Meisterschaftsspiel Rovereto gegen Meraner Sportclub stellte sich dem Zuschauerpublikum erstmals die neugebildete Mannschaft von Lagundo (dem Dopolavoro angegliedert) vor. Sic besteht aus lauter jungen, noch ungewohnten Leuten, die mit viel Eifer bei der Sache sind." Präsident des damaligen Vereins war Walter Zorzi, der zugleich auch Kapitän der Mannschaft war. Im Spielbericht über den 1. Meisterschaftstag stand in den ,,Dolomiten" zu lesen: ,,Die Algunder bestritten das erste offizielle Match ihrer Karriere am neuen Meraner Sportplatz gegen eine Maja, die sehr schwach aufgestellt war. Erst als die Neulinge wegen Ausschluß des Kapitäns Zorzi und infolge Verletzung eines weiteren Spielers mit nur neun Mann weiterspielen mußten, nahm das Resultat nach und nach eine zweistellige Form an.

 

Stehend v.l.n.r.: Ernesto Martinelli, Herbert Schönberg, Antonio Gazzolati, Ennio De Boni, Giuseppe Bertuzzo, Domenico Drazzer, Adolf Priester
hockend: Gianni Montibeller, Walter Ladurner, Alfio Soffiatti, Mario Lorenzon, Romano Paluselli (Aufgenommen am 19. Mai 1946, Meran)

 

Mannschaft des FC Algund, stehend (v.l.n.r.): Betreuer Peter Carrara, Rudi Tumler, Alfons Lanthaler, Hans Kiem, Sepp Pohl, Ewald Kiem;
hockend: Othmar Galler, Gottfried Schrott, Manfred Dejori, Silvano Zulian, Roland Pichler
 

In der ,,Dolomiten"-Ausgabe vom 12. Mai 1934 finden wir auch eine Mannschaftsaufstellung, sie lautete: Giggenbacher, Kofler, Christanell, Barbacovi Lino, Barbacovi Luigi, Dejakon, Höllrigl, Espen, Maier, Andres, Turati. Bei dieser Aufstellung fehlt Walter Zorzi, der verletzt oder gesperrt gewesen zu sein scheint. Wir wissen nicht, ob die Algunder auch in den folgenden Jahren an einer Meisterschaft teilgenommen hatten, doch scheint dies eher unwahrscheinlich, da sicher einige Spieler zum Militärdienst einberufen wurden (Abessinien) und spätere Kriegswirren einen normalen Spielbetrieb nicht mehr zuließen. Nach dem Krieg, und zwar im Jahre 1946, hören wir wieder von einer Mannschaft, die vom ENAL Algund aufgestellt worden war. Wir wissen aber leider nicht, ob diese Mannschaft an einer offiziellen Meisterschaft teilgenommen hatte. Daß jedoch Spiele ausgetragen worden waren, beweist ein Bild vom 19. Mai 1946. Weitere 18 Jahre später, nämlich im Jahre 1964, wird wieder eine Algunder Fußballmannschaft an einer Meisterschaft teilnehmen, als nämlich einige Algunder Jugendliche im damaligen ,,Nörder"-Chef Edi Engl einen Sponsor fanden und sich unter dem Namen FC Algund an der Vinschgauer Meisterschaft in der 3. Amateurliga beteiligten. Und hier lassen wir den Sportclubpräsidenten Sepp Höll selbst zu Wort kommen: ,,Es waren junge Algunder Buben, die versuchten, sich fußballerisch zu betätigen. Um die Fußballplätze im Vinschgau zu erreichen, fuhren sie mit der ,Litorina', mit dem Fahrrad oder per Autostop zu den Meisterschaftsspielen. So war es auch, als mich an einem Sonntagmittag einige Algunder Buben baten, sic zu einem Meisterschaftsspiel in den Vinschgau zu bringen. Diese Episode hat mich damals so beeindruckt, dal? ich in der Folge Sonntag für Sonntag diese Fußballer zu den Spielen brachte." Es sollte ein Meilenstein in der Geschichte des Algunder Sports sein, denn in der Folge wurden die Vorbereitungen für die Gründung des Sport-Clubs Algund getroffen. Bei dieser Gründungsversammlung wurde folgender Ausschuß gewählt: Sepp Höll, Präsident, Franz Pfingstinger, Kassier, Edi Engl, Vizepräsident, Ewald Kiem, Schriftführer, Franz Moser, Romano Paluselli und Pepi Galler. Vordringliche Ziele des neugegründeten Sportclubs waren: a) der Algunder Jugend die Möglichkeit zu geben, sich sportlich zu betätigen, und b) zu versuchen, in der Gemeinde eine Sportanlage zu errichten. Das erste Ziel war bald erreicht, das zweite sollte, wie wir im folgenden sehen, noch weit entfernt sein. Bei der ersten Meisterschaft, an der der SC Algund teilnahm, wurden die Heimspiele am alten Fußballplatz des SV Partschins in Rabland ausgetragen. Die Platzmiete betrug damals 1500 Lire. Einzeichnen des Spielfeldes, Beschaffung und Abräumen der Netze und der Eckballfahnchen vor und nach dem Spiel, Benachrichtigung der Sicherheitsorgane oblag dem SCA. So wurde es mit dem SV Partschins schriftlich vereinbart. Die ersten Spielerpässe des Vereins wurden vom italienischen Fußballverband für folgende Spieler am 21. September 1965 ausgestellt: Manfred Dejori, Aldo Fedele, Miro Giovannini, Ewald Kiem, Hans Kiem, Alfons Lanthaler, Anton Matzohl, Helmut Pichler, Rainer Platzgummer, Walter Platzgummer, Sepp Pöhl, Gottfried Schrott, Gianni Trentini, Rudi Tumler, Luis Zöggeler, Silvano Zulian; für dieselbe Spielsaison 1965/66 wurden noch vier Spielerpässe nachgereicht, u. zw. für Hans Erlacher, Sepp Kiem, Pepi Schermer und Riccardo Cadoni. Interessant ist ein Blick in das vom ersten Kassier des Sportclubs, Franz Pfingstinger, genauestens geführte Buch. Der Kassastand betrug durch die Übernahme des Kapitals des FC Algund und durch eingezahlte Mitgliedsbeiträge bereits am Gründungstag, dem 3. 9. 1965, 61.640 Lire. Am 1. September 1966 standen den Einnahmen von 570.565 Lire Ausgaben in Höhe von 387.465 Lire gegenüber. Die größten Einnahmen waren schon damals ein Bali, Mitgliedsbeiträge, eine Spende der örtlichen Raiffeisenkasse, Spenden anderer Gönner und in geringerem Maße die Eintritte (freiwillige Spenden) aus den ,,Heimspielen" im Fussball, die im Durchschnitt 9.000 Lire brachten. Die stärksten Ausgaben waren im ersten Jahr natürlich die Beschaffung von Spielerausrüstungen, die Einschreibung beim Fußballverband, Druckereispesen für Briefpapier und anderes, in kleinerem Maße die Spesen bei den Fußballspielen (Jause usw.), die im Durchschnitt 3.500 Lire betrugen. So endete das erste Sport-Jahr mit einem Kassastand von 183.100 Lire, einer für damalige Verhältnisse respektablen Summe. Es sollte für viele Jahre das beste Ergebnis bleiben. In den folgenden Jahren zwischen 1966 und 1970 weitete sich die sportliche Tätigkeit des SCA auf mehrere Sektionen aus. Leichtathletik, Eisschnellauf und mit dem Bau des
 

SCA-Mannschaft aus dem Jahre 1968, stehend (v.l.n.r.): Betreuer Sepp Camper, Präsident Sepp Höll, Bartolomei, Schermer, Waldner, Garozzo, Lombardi, Schrott, Trainer Paul Waldner; hockend: Huber, Pichler, Ennemoser, Ferragina, Vanin, Fedele
 

Schwimmbades auch Schwimmen wurde von SCA-Athleten mit Erfolg betrieben. Die ersten fünf Jahre waren nicht nur gekennzeichnet von immensen Schwierigkeiten was Trainings- und Sportausübungsmöglichkeiten betrifft, sondern sportlich und organisatorisch auch von schonen Erfolgen gekrönt. Denken wir nur an den Landesmeistertitel eines Leo Schmieder im Geländelauf der Junioren 1968 oder an den Aufstieg in die 2. Amateurliga in der Saison 1969/70, um nur die wichtigsten Erfolge zu nennen. Matte der Sportclub bei der Gründung an die 40 Mitglieder, so stieg die Zahl derselben 1968 schon auf 150. Im Jahre 1970 waren es dann schon über 330 Mitglieder, rund 110 aktive und 220 nichtaktive. Leider blieb der Verein auch von Schicksalsschlägen nicht verschont. Als unser Kassier Franz Pfingstinger allzufrüh verstarb, hinterließ er nicht nur im Ausschuß eine Lücke, sondern wurde auch von den Sportlern schmerzlich vermißt, hatte er doch jahrelang bei fast jedem Spiel nicht nur für das leibliche Wohl der Fußballer gesorgt, sondern als die ,,Seele" des Vereins auch immer ein tröstendes, ausgleichendes oder aufmunterndes Wort für sie bereit. Im März 1970 wurde seiner durch ein Turnier gedacht. Bereits im Juni desselben Jahres schlug das Schicksal wieder hart zu. Zwei hoffnungsvolle Sportler, Ferdinand Sperandio und Lino Cosentino, beide 17jahrig, verloren bei einem Autounfall ihr Leben. Die Betroffenheit und Trauer bei den Aktiven, Funktionären und Anhängern war groß, waren sie doch nicht nur gute Sportler, sondern durch ihr offenes Wesen auch bei allen beliebt. Ihrer wurde in den folgenden Jahren durch ein Fußballturnier und ein provinziales Schwimm-Meeting gedacht. Der bereits erwähnte Aufstieg in die 2. Amateurliga beschwor weitere Schwierigkeiten herauf, konnte man doch in dieser Spielklasse nur in einem eingezäunten Spielfeld spielen. So mußte das Spielfeld am Meraner Viehmarktplatz auf eigene Kosten mit einem Metallzaun versehen werden, obwohl nicht einmal sicher war, ob die folgenden Jahre noch auf ihm gespielt werden durfte. Die Heimspiele sollten noch bis 1976 auf diesem Platz ausgetragen werden. Allerdings mußte das Training in die verschiedensten Orte verlegt werden, da der Platz durch die Gründung neuer Vereine in Meran überbelegt war. Zeitweise mußte für jedes Spiel bei der Stadtgemeinde Meran angesucht werden. Die Schwierigkeiten dieser Zeit soll ein Beispiel belegen: Im Jahre 1973, dem Jahr der ersten Ölkrise, schickte die Stadtverwaltung Meran dem SC Algund ein Schreiben, aus dem hervorging, daß sie aufgrund des herrschenden Ölmangels Heizung und Warmwasser am Viehmarktplatz nicht immer gewährleisten könne. Soweit, so gut, die Ölkrise gab's ja überall, aber daß der Fußballverband dem SCA eine Strafmahnung schickte, weil der Schiedsrichter zum Duschen kein Warmwasser hatte, da konnte weder die Stadtgemeinde noch der Sportclub etwas dafür. Der Fußballverband war aber unerbittlich; trotz Vorlage des Schreibens der Stadtgemeinde mußte der SCA die Strafe bezahlen. Die 70er Jahre waren gekennzeichnet von Planungen und Vorbereitungen für den Sportplatzbau, was den vollen Einsatz aller Funktionäre erforderte und andere Tätigkeiten wie Nachwuchsförderung und die regelmäßige Abhaltung von Generalversammlungen in den Hintergrund drängte. So geschah es, daß teilweise nur mehr zwei bis drei Algunder in der ersten Mannschaft standen. Nach einigen

Die erste Mannschaft Anfang der 70er Jahre mit nur mehr drei Algundern
 

Schwierigkeiten und endlosen Verzögerungen, die derart waren, daß ein Grossteil der Ausschußmitglieder am liebsten das Handtuch geworfen hatte, konnte 1974 schließlich mit dem Bau des Sportplatzes begonnen werden. Als 1976 der Fußballplatz samt Tribune endlich gebaut war, waren auch die finanziellen Mittel der Gemeinde fertig. So mußte der SCA andere Quellen suchen, um den Bau der Kabinen und anderen Infrastrukturen wie Heizungs-, Warmwasser- und Flutlichtanlage zu finanzieren. Immerhin konnte im September 1977 die Anlage kollaudiert werden und im Oktober das erste Fußballspiel am neuen Platz ausgetragen werden. Die letzten Arbeiten waren jedoch erst 1982 beendet, was auch den späten Einweihungstermin im Jahre 1983 erklärt. Daß es in diesen Jahren mit der finanziellen Lage des Vereins nicht zum besten stand, erklärt sich von selbst. Während der SCA bis zum Jahre 1979 ausschließlich von freiwilligen Beiträgen, Spenden, Abhaltung von Festen, Organisation von Preiskegeln, Herausgabe des ,,Stillen Meckerers", der Algunder Faschingszeitung, lebte, konnte in diesem Jahr ein Sponsorvertrag mit der Raiffeisenkasse Algund abgeschlossen werden, was zwar die finanziellen Sorgen nicht aus der Welt schaffte, aber immerhin eine Sicherheit für die folgenden Jahre bedeutete. Aufgrund dieses Vertrages wurde im Jahre 1982 der Name des Vereins in SC Algund/Raiffeisen umgeändert. Sportlich gesehen gab es, wie vorher schon erwähnt, in diesen Jahren einige Schwierigkeiten bei der Jugendförderung im Bereich Fussball, was aber durch Erfolge in anderen Sektionen aufgewogen wurde; so konnte z.B. Peppi Schermer 1971 den Regionalmeistertitel der Junioren im Leichtathletik-Dreikampf erringen, Paula Fili
 

Die Zöglingsmannschaft des Jahres 1973, stehend (v.l.n.r,): Betreuer Sepp Camper, Peter Mair, Kurt Kathrein, Hans Moser, Peter Zöggeler, Martin Kathrein, Dietmar Königsrainer, Burkhard Fieg, Trainer Ferruccio Stolcis; hockend: Franz Lanthaler, Peter Mally, Manfred Gartner, Sepp Wolf, Carrulli
 

durch hervorragende Zeiten im Schwimmen glänzen. Auch andere Aktivitäten des Sportclubs wie die jährliche Abhaltung des Vereinsskirennens, das immer größeren Zuspruch fand, wurden nicht vernachlässigt. 1973 verstarb, noch nicht 30jahrig, Toni Matzohl. Er war 1964/65 eine der treibenden Kräfte, in Algund einen Fußballclub zu gründen, war auch selbst Fußballer und bei allen beliebt. Alle, die ihn kannten, werden auch weiterhin an die schönen Jahre denken, die sic mit ihm verbringen konnten. Wahrend gegen Ende der 70er Jahre die Tätigkeit in den verschiedenen Sektionen - teils aus Mangel an Trainern und Betreuern, teils aus den bereits vorher angesprochenen Problemen - beinahe zum Erliegen .kam, gewann der Verein durch den Übertritt des EV Oberforst zum SCA eine neue Sektion - nämlich Eisschießen dazu, und das sicher eine der erfolgreichsten. Fast gleichzeitig mit dem zweiten Aufstieg in die 1. Amateurliga im Fussball  der erste hatte 1977 nach nur einjähriger Dauer den sofortigen Wiederabstieg zur Folge - erhielt SCA-Präsident Sepp Höll im Februar 1981 vom Amateurfußballverband in Rom eine hohe Auszeichnung, die ,,Stella al merito sportivo", für seine Verdienste als Sportfunktionär. In den 80er Jahren wurde der Verein wiederum auf eine breitere Basis gestellt, sei es durch die Zusammenarbeit mit den Dorfvereinen bei gemeinsamen Veranstaltungen, sei es durch die nun wieder regelmäßige Abhaltung von Generalversammlungen. So wurde der Vereinsvorstand am 12. August 1981 auf 13 aufgestockt, es waren dies: Präsident Sepp Hölzl, Vizepräsident Edi Engl, Kassier Pepi Schermer, Schriftführerin Herta Mair, Erwin Alber, Karl Brunelle, Othmar Galler, Arthur Garber, Walter Habicher, Sepp Haller, Romano Paluselli, Franz Plunger und Dr. Giancarmine Tollis. Insgesamt können die 80er Jahre als die erfolgreichsten des Vereins gewertet werden. Einerseits konnte durch die Fertigstellung der neuen Turnhalle in der Mittelschule das Sportangebot erweitert werden - die späteren Gründungen der Sektionen Badminton und Handball unterstreichen dies , andererseits ließen auch die sportlichen Erfolge nicht auf sich warten. Die erste Mannschaft im Fußball konnte sich mit beinahe ausschließlich Algunder Spielern sieben Jahre in der 1. Amateurliga halten. Im Eisstockschießen wurde Karl Galler nach dem Gewinn der Italienmeisterschaft am 6. März 1982 Europameister. 1983 wurden zwei Algunder, Heinz Gamper und die für Meran spielende Anni Waibl, bei der ersten WM im Eisstockschießen in Frankfurt Weltmeister. Ein weiterer Algunder, nämlich Norbert Oberburger, holte 1984 durch den Sieg im Gewichtheben bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die erste olympische Goldmedaille nach Algund. Und schließlich wurde 1985 Othmar Galler Italienmeister der Serie B im Eisstockschießen. Die Gründung einer Sektion Kegeln und damit auch die erste Algunder Kegelmeisterschaft erweitert die Tätigkeit des SCA/Raiffeisen. 1986 erfolgte
 


 

Beim Empfang des Algunder Olympiasiegers Norbert Oberburger und der Silbermedaillen-Gewinnerin im Schießen, Edith Gufler aus Meran, waren ca. 3000 Leute in Algund anwesend
 

die erstmalige Ausrichtung einer Algunder Dorfmeisterschaft im Fussball, bei der Vereine, Firmen und Freizeit-Clubs eine Mannschaft stellen konnten. Schwimmkurse im Frühjahr/Sommer und Turnabende im Herbst/Winter rundeten das Angebot des Sportclubs für die Allgemeinheit ab und machten so aus nicht aktiven Mitgliedern aktive Sportler. Waren bei der ersten Skivereinsmeisterschaft noch 35 Skifahrer des Dorfes zum sportlichen Wettkampf bereit, so waren es in den letzten Jahren und bei der 22. im heurigen Jahr bereits über 100. Beim Empfang des Algunder Olympiasiegers Norbert Oberburger und der Silbermedaillen-Gewinnerin im Schießen, Edith Gufler aus Meran, waren ca. 3-000 Leute m Algund anwesend, 1988 spendete die Raiffeisenkasse über die Südtiroler Sporthilfe dem Verein einen Kleinbus, der für den Transport von jugendlichen Sportlern von großer Hilfe ist, mußten doch früher oft drei bis vier Privatfahrzeuge die Kinder zu den verschiedenen Sportveranstaltungen bringen. 1989 war für den SCA/Raiffeisen wieder ein trauriges Jahr. Am 9. Juli verstarb allzufrüh Edi Engl, Gründungsmitglied und von 1965 bis 1983 Vize-Präsident des Vereins. Er hat den Sportclub lange Jahre mitgeprägt, er war bei den Jugendmannschaften, deren Betreuer er auch war, besonders beliebt, hatte er für sic doch immer eine offene Hand. Sein Einsatz für den SCA-Raiffeisen wird unvergessen bleiben. Drei Monate später verunglückte der immer hilfsbereite und bei jedem Sportler beliebte Platzwart Felix Eppacher tödlich. Seine Hilfsbereitschaft und sein Einsatz fehlen dem Sportclub und allen, die ihn kannten. Zum Schluß noch etwas zum bereits vorher erwähnten ,,Stillen Meckerer", den der Sportclub Algund bis zum Jahre 1988 herausgegeben hatte. Anfänglich ein paar Seiten umfassend und sehr amateurhaft gestaltet, die technischen Hilfsmittel waren beschränkt, wurde er bald immer beliebter und dadurch auch umfangreicher und besser. Dies forderte auch immer größeren Einsatz der beinahe immer gleichen Leute, die das Faschingsblatt gestaltet hatten, was schlußendlich zur Folge hatte, daß man beschloß, eine ,,Denkpause" einzulegen,

 

Karl Galler (Mitte) beim Empfang in Algund nach dem Gewinn des Europameistertitels 1982, neben ihm Heinz Camper (links), der im Jahr darauf Weltmeister werden sollte. Dahinter Hans Inderst.
 

weil die Herstellung beinahe über die Kräfte der Mitarbeiter ging. Wollen wir hoffen, daß frische Kräfte auch die 20. Ausgabe schaffen. Schließlich noch einige Worte zu unserem Präsidenten. Seine Aktivitäten und seine Arbeit wurden in dieser Chronik bisher nicht gesondert erwähnt. Doch wer diese Vereinschronik gelesen hat, hat auch 25 Jahre Arbeit unseres Präsidenten gelesen. Jeder der in irgendeinem Verein irgendwann tätig war, wird ermessen können, was das bedeutet. Was der SCA/ Raiffeisen heute ist, ist er zu einem Gutteil durch Sepp Höll geworden. Wie am Beginn dieser Chronik ersichtlich, behandelt sic nicht nur SCA-Geschichte, sondern streift auch sportliche Tätigkeiten vor dessen Gründung und erwähnt Sportler, die nicht im Verein großgeworden sind, wie 2. B. Norbert Oberburger. So stellt dieser Bericht einen Versuch dar, die sportliche Geschichte des Dorfes zu schreiben; sie ist sicher unvollständig, doch kann sie beim 50-Jahr-Jubiläum sicher verbessert und erweitert werden.

Der von der Raiffeisenkasse über die Sporthilfe gespendete Bus

 


Badminton

Die Sektion Badminton ist sehr jung und besteht erst seit zwei Jahren. Sie setzt sich aus ca. 25 Spielern zusammen, die zweimal wöchentlich in der in vier Spielfelder eingeteilten Turnhalle unter der Leitung von Hubert Grittner und Sektionsleiter Georg Spechtenhauser trainieren. Die ersten Erfolge wurden bei der VSS-Landesmeisterschaft der B-Jugend erzielt. Hier konnte sich Ro-bert Einsendle den 1. Platz erkämpfen, wobei auch die guten Ergebnisse von Günther Stecher und Lara Rossi zu erwähnen sind. Erstmals wurden in Algund die Ausscheidungen der ,,Spiele der Jugend" ausgetragen, bei denen sich 20 Mädchen und 20 Buben beteiligten. Hier konnten sich folgende 8 Spieler qualifizieren: Stangl A., Stecher G., Eisendle G., Camper R., Holzgethan B., Holzge-than V., Pichler R., Rossi L. Bisher nahmen SCA-Spieler bei den VSS-Ranglisten-,VSS-Landesmeister-schaften und den Jugendturnieren in Meran teil. In Zukunft wird der Anschluß an den italienischen Verband (FIB), die Teilnahme an den Nationalen Ranglisten-Turnieren und den Italienmeisterschaften angestrebt. Jährlich wird ein Gauditurnier veranstaltet, das bei den jüngeren Spielern besonderen Anklang findet. Interessierte können sich beim Sektionsleiter Georg Spechtenhauser, Tei. 45273, melden!


Eisschießen

Der Eisschießsport hat in Algund eine lange Tradition, war doch früher gleich hinter der Brauerei Forst ein Eisplatz, auf dem sich winters täglich Jugendliche und Erwachsene im Eisschießen übten. Wir befassen uns nun mit einer Mannschaft, die dort gebildet wurde, mit dem EV Oberforst, der zwar organisatorisch beinahe von Anfang an vom SC Algund betreut wurde, aber erst 1974/75 den Namen des SC Algund bekam. Die lange Erfolgsgeschichte dieser Mannschaft beginnt jedoch bereits 1965, als der EV Oberforst am Flötscher Weiher zum erstenmal Italienmeister wurde. Bildeten anfangs Hans Holzknecht, Karl Galler, Othmar Galler und Luis Camper die Mannschaft, so kamen später Peter Mayr und mit dem Rucktritt von Luis Camper Walter Girardini und noch später Heinz Camper dazu. Insgesamt wurde diese Mannschaft siebenmal Italienmeister, eine wohl einmalige Bilanz. Nach dem bereits erwähnten ersten Titel gewann man 1970 in Naturns, 1971 in Ehrenburg, 1972 am Ritten. Nach dem Zwangsabstieg durch den Namenwechsel gelang der sofortige Wiederaufstieg durch den Italienmeistertitel der Serie B. Mit dem Namen SC Algund wurden 1976 in Naturns, 1977 in St. Lorenzen und 1980 in Brixen die nächsten Meistertitel geholt. Daß der SCA/Raiffeisen auch organisatorisch nicht untätig war, beweisen die dreimalige Ausrichtung von Italienmeisterschaften und zwar 1980 die Einzelmeisterschaften der höchsten


 

Spielklassen, 1982 die Mannschaftstitelkämpfe der Serie A, 1986 wiederum die Einzelitalienmeisterschaften - und 1982 die Organisation des Vergleichswettkampfes Südtirol-Allgäu, an dem 450 Eisschützinnen und Eisschützen aus beiden Ländern teilnahmen. Alle diese Wettkämpfe wurden im Meraner Eisstadion ausgetragen. Neben diesen wichtigen Großveranstaltungen wurde auch fast jährlich ein internationales Turnier ausgerichtet. Der erfolgreichste Eisschütze des Vereins war zweifelsohne Hans Holzknecht, der im Ziel- und Stockschießen neben zwei Italienmeistertiteln und drei zweiten Platzen 1968 Bronze bei den Europameisterschaften in Montiggl holte, 1971 in Tarasp Europameister wurde und 1972 in Ruhpolding Silber gewann. Daß auch die anderen Algunder Eisstockschützen erfolgreich waren, beweisen die weiteren Titel und Plazierungen : Heinz Camper Italienmeister 1981, Weltmeister 1983; Karl Galler Italien- und Europameister 1982; Othmar Galler Italienmeister der Serie B 1985. Die erfolgreichsten Einzelmeisterschaften für den SCA waren 1980 in Meran, als Hans Holzknecht Italienmeister wurde, Walter Girardini Silber holte und Karl Galler den 5. und Othmar Galler den 9. Platz belegten. Die letzten Jahre ist es allerdings um die Eisschützen durch den Rücktritt von Walter Girardini, Hans Holzknecht und Karl Galler und den Vereinswechsel von Heinz Camper etwas ruhiger geworden, und der nunmehrige Sektionsleiter Siegi Pirhofer ist um dieses schwere Erbe, das er übernommen hat, nicht zu beneiden. Immerhin ist es ihm im heurigen Jahr trotz gegenteiliger Prognosen gelungen, mit einer neuformierten Mannschaft nicht aus der Serie B abzusteigen, im Gegenteil, es hatte nicht viel gefehlt und der Wiederaufstieg wäre gelungen. Allerdings ist auf lange Sicht nur mit der gezielten Förderung von Jugendlichen die Zukunft dieses schönen Sports gesichert.
 

Eines der ersten Elider des EV Oberforst mit Othmar Galler, Hans Holzknecht, Luis Camper und Karl Galler. Walter Girardini in voller Aktion (rechts)
 

Mannschaft mit Karl Galler, Othmar Galler, Hans Holzknecht und Walter Ghirardini.
 

Mannschaft mit Peter Mayr, Hans Holzknecht, Karl und Othmar Galler 

 


Fußball

Meistermannschaft der Saison 1979/80, stehend (v.l.n.r.) : Dr. Carmine Tollis, Ludwig Brunner, Pepi Schermer, Kurt Kathrein, Sepp Wolf, Martin Kathrein, Bubi Pirpamer, Peter Schwellensattl, Sepp Hòlzl; hockend: Meinhard Prünster, Peter Preims, Trevisan, Hansjörg Kuen, Alfred Königsrainer, Hans Reinthaler, Gino Panchieri.
 

Mit Fußball hat der Verein seine Tätigkeit aufgenommen, und es ist bis beute die größte Sektion geblieben. Waren es schon 1965 zwei Mannschaften, die sich an Meisterschaften beteiligten, so sind es beute deren sieben, wobei das Hauptaugenmerk auf die Jugendmannschaften fällt. Daß dem nicht immer so war, war anfänglich auf den fehlenden Fußballplatz und später darauf zurückzuführen, daß nicht immer Trainer und Betreuer für die verschiedenen Mannschaften vorhanden waren oder verpflichtet werden konnten, denn diese Beschäftigung erfordert viel Opferbereitschaft und Idealismus. Stellvertretend für viele andere seien hier zwei Sportler genannt, die neben anderen Tätigkeiten im Verein fast immer eine Mannschaft betreut haben, nämlich Karl Brunello und Pepi Schermer. Der Sportplatz war und ist vielfach ihr zweites Zuhause. Mit der Fertigstellung des Sportplatzes konnten mehrere Jugendmannschaften gebildet werden. Im Jahr 1979 beteiligten sich bereits fünf Algunder Mannschaften am Meisterschaftsbetrieb. Die erste Mannschaft spielte bis 1970 in der 3. Amateurliga, in jenem Jahr wurde der Aufstieg in die 2. Amateurliga geschafft.
 

Erste Mannschaft der Saison 1978/79, stehend (v.l.n.r.): Trainer Dr. Giancarmine Tollis, Präsident Sepp Hölzl, Paolo Negrisolo, Pepi Schermer, Sepp Wolf, Kurt Kathrein, Martin Kathrein, Sepp Berteotti, Betreuer Karl Brunello; hockend: Hans Reinthaler, Renato Brusco, Peter Mair, Paul Zöggeler, Meinhard Prünster, Peter Preims.
 

Spielszene, aufgenommen am ,,Heimplatz" in Rabland 1965
 

Stehend (v.l.n.r.): Vizepräsident Edi Engl, Karl Brunello, Peter Schwellensattl, Martin Kathrein Ludwig Brunner, Sepp Wolf, Kurt Kathrein, Pepi Schermer, Trainer Valt Tappeiner, Sepp Hölz
hockend: Peter Mair, Peter Preims, Thomas Camper, Hansjörg Kuen, Markus Walzl, Meinhard Prünster, Paul Zöggeler, Gino Pancheri
 

1975/76 wurde sie wieder Meister und konnte 1976/77 erstmals in der höchsten Amateurspielklasse mitmischen. Allerdings mit wenig Glück und wahrscheinlich auch mangelnder Erfahrung, war das Durchschnittsalter der Mannschaft ohne den damaligen Spielertrainer Valt Tappeiner mit 19,2 Jahren doch äußerst niedrig. Der prompte Abstieg war die Folge. Nach weiteren drei Jahren gelang 1980 zum Zweiten Mal der Aufstieg in die 1. Amateurliga, wobei das erste Jahr in dieser Liga mit dem 3. Endrang das erfolgreichste bleiben sollte. Erst 1987 konnte der Abstieg in die 2. Liga nicht mehr vermieden werden. Seither ist der Wiederaufstieg nicht mehr gelungen. Von den Jugendmannschaften wurde die C-Jugend des Trainergespanns Peter Mair und Karl Brunelle in der Saison 1986/87 Burggräfler Meister und 3. bei den Landesmeisterschaften. Aus dem eigenen Jugendkader wurden schon öfter Spieler in die Provinzial- bzw. in die Regionalauswahl berufen, so in der Vergangenheit Pepi Schermer und Wolfgang von Spinn, später Ludwig Brunner, Sepp Wolf, Hansjörg Kuen und Hans Reinthaler, der nach einigen Jahren bei anderen Vereinen in höheren Ligen heuer seine Erfahrung als Spielertrainer dem SCA/Raiffeisen zur Verfügung stelle. In jüngster Vergangenheit machte z. B. der erst 15jahrige Arnold Schwellensattl, der beim SCA fußballerisch aufgewachsen ist, durch seine Verpflichtung zuerst bei Passer Meran und jetzt bei Atalanta Bergamo viel von sich reden.
 

A-Jugend des Jahres 1985/86, stehend (v.l.n.r.): Roland Moser, Alexander Tribus, Günther Dissertori, Christian Überbacher, Hannes Pinggera, Norbert Fischer, Dietmar Schrott, Trainer Pepi Schermer, Werner Lang; hockend: Franz Gufler, Thomas Dalnodar, Heinrich Erlacher, Nicola Capone, Kurt Tumler, Christian Ladurner, Kilian Rinner, Andreas Waibl
 

Mannschaft 1980, stehend (v.l.n.r.) : Dr. Giancarmine Tollis, Hans Reinthaler, Peter Schwellensattl, Kurt Kathrein, Pirpamer, Peter Mair, Pepi Schermer, Trainer Ferruccio Stolcis;
hockend: Martin Kathrein, Gino Pancheri, Meinhard Prünster, Alfred Königsrainer, Hansjörg Kuen, Peter Preims, Franco Cagnin
 

Auch unter den Trainern waren beim SCA/Raiffeisen schon einige bekannte Namen beschäftigt, angefangen bei der Trainerlegende Paul Waldner über Giancarmine Tollis, Ferruccio Stolcis, Valt Tappeiner, Erich ,,Bubi" Pirpamer, Giuliano Casarotto, Sepp Berteotti bis zu den ,,Eigengewachsen" Pepi Schermer, Peter Preims und schließlich dem ,,Neuling" Hans Reinthaler mit Co. Meinhard Prünster. Seit 1985 spielt auch eine Altherrenmannschaft im SCA/Raiffeisen, die in der vergangenen Saison ihr bisher bestes Ergebnis mit dem 3. Platz in der Burggräfler Altherrenmeisterschaft erreichte.
 

B-Mannschaft in den 7Oer Jahren, stehend (v.l.n.r.): Peter Leiter, Hans Christanell, Georg Piatte, Helmut Pichler, Hans Erlacher, Betreuer Sepp Mailer;
hockend: Renato Erusco, Paul Zöggeler, Han Reinthaler, Meinhard Prünster, Paul Leiter.
 

Stehend (v.l.n.r.): Gasser, Gassebner, Dalnodar, Kneissl, Theiner, Spitaler, Trainer Schermer; hockend: Braun, Chistè, Eppacher, Hueber, Urban
 

Mannschaft der Spielsaison 1983/84, stehend (v.l.n.r.): Sepp Hohl, Andrea Tassotti, Erich Pirpamer, Sepp Wolf, Markus Walzl, Ludwig Brunner, Peter Schwellensattl, Betreuer Karl Brunello, Pepi Schermer;
hockend: Siegfried Ortwein, Paul Zöggeler, Meinhard Prünster, franco Cagnin, Luis Erlacher, Otti Mair, Leo Voihoff, Peter Mally.
 

Jugendmannschaft, stehend (v.l.n.r.): Roland Moser, Kilian Rinner, Thomas Dalnodar, Hubert Rimi, Dietmar Schrott, Heinrich Erlacher, Andreas Waibl, Trainer Luis Erlacher; hockend: Klaus Schrotter, Markus Schrotter, Nicola Capone, Thomas Eppacher, Christian Urban, Joachim Braun, Oskar Gassebner.
 

Frühere B-]ugend, stehend (v.l.n.r.): Pepi Schermer, Edi Tschenett, Werner Lang, Markus Camper, Michael Schweigl, Hannes Pinggera, Helmut Gasser, Andreas Haller; hockend: Thomas Dalnodar, Andreas Waibl, Franco Tasstti, Gianluca Ferracmi, Kilian Rinner, Christian Ladurner, Alexander Tribus, Roland Moser.
 

Internationale Freundschaftsspiele gehören und gehörten seit jeher ebenfalls zum festen Programm der Fußballmannschaften des SCA, wobei die Auslandsfahrten oft zum gesellschaftlichen Höhepunkt im Vereinsjahr wurden. Auch gemeinsame Skitage im Winter förderten den Zusammenhalt, ohne den nichts zu gewinnen ist. Abschließend kann noch bemerkt werden, daß mit dem Heranwachsen einer neuen Funktionärs- und Betreuergeneration, alles ehemalige oder noch aktive Fußballer, wieder frischer Wind in die Sektion gekommen ist, und daher ist die Hoffnung nicht unbegründet, daß bereits bestehende Aktivitäten erhalten und vielleicht noch verbessert und neue aufgenommen werden mögen.


Handball

(Stehend v.l.n.r.) : Trainerin Sonja Reinstadler, Alexandra Illmer, Karin Schwellensattl, Renate Pichler, Heidi Reinstadler, Simone Batter, Tanja Mayr, Silvia Kofler, Patrizia Raffl, Betreuerin Marion Schrott, Trainerin Andrea Schweigl; (Hockend v.l.n.r.) : Katja Trentini, Andrea Kuprian, Michaela Eppacher, Katrin Illmer, Marion Stoll, Marion Rogger, Petra Bachmann, Sibylle Wörnhard. Es fehlen: Marion Thöni, Regina Haller
 

Seit nunmehr 5 Jahren besteht im Sportclub Algund/Raiffeisen auch eine Sektion Handball für Mädchen. Am Beginn wurden die 25 Madchen zwischen 11 und 15 Jahren von Evelyn Hafner und Andrea Schweigl vom SC Meran betreut. Durch vie! Einsatz sowohl von seiten der aktiven Spielerinnen, der beiden Trainerinnen als auch durch die Hilfe des Sportklub Vorstandes und finanzielle Unterstützung der Raiffeisenkasse konnten bald einige Erfolge auf Bezirksebene gefeiert werden. Nach dem Wegfall von Evelyn Hafner 1987 (übernahm eine weitere ehemalige SCM-Spielerin, die Algunderin Sonja Reinstadler, das Training der jüngeren Jahrgange (4./5. Klasse Volksschule und 1. Klasse Mittelschule), wahrend Andrea Schweigl die älteren Madchen weiter betreute. Die Trainingseinheiten konnten nun von zwei- auf dreimal wöchentlich erhöht werden, wodurch sich auch bedeutendere Erfolge erreichen ließen. Sei es in der Kategorie ,,Mini" (1. Kl. MS und jünger), sei es in den oberen Altersklassen der ,,Madchen" und ,,Zöglinge" - die ersten schwierigen Jahre zeigten endlich ihre Früchte, so daß die stets ca. 25 Madchen mit immer mehr Begeisterung bei diesem manchmal auch härteren Mannschafts-Sport dabei waren und sind. Der Lohn dieser Arbeit war der Landesmeistertitel der ,,Mini" 1989, der 1990 erfolgreich verteidigt werden konnte, und zudem erzielten auch die ,,Madchen" 1990 den Titel eine VSS-Landesmeisters in ihrer Kategorie. In den letzten Jahren veranstaltete die Sektion Handball des SCA auch einige Turniere, zu denen sich Mannschaften aus verschiedenen Orten Südtirols meldeten, wahrend auch an Turnieren in Meran, Eppan und heuer am 5. Internationalen Handballturnier in Sand in Taufers teilgenommen wurde, sowie die jährlich stattfindenden VSS-Landesmeisterschaften in Brixen oder Bozen gemeldet wurden. Natürlich feierte auch die Sektion Handball das 25jahrige Bestehen des SC Algund/ Raiffeisen mit einem Turnier, welches am 20. Mai in der Turnhalle der Mittelschule Algund ausgetragen wurde.


Leichtathletik


Leo Schmieder

Bereits im Jahr 1966 wurde auf Betreiben von Gianni Trentini eine Sektion Leichtathletik gegründet und bei der FIDAL, dem italienischen Leichtathletikverband, angemeldet. In den folgenden Jahren waren an die 20 Athleten in den verschiedensten Disziplinen recht erfolgreich tätig. Eine Saison konnte der Meraner Speerwerfer Hubert Hopfgartner als Trainer gewonnen werden. Als erfolgreichster Algunder Leichtathlet jener Jahre kann wohl Leo Schmieder bezeichnet werden, der beinahe jeden Gelände- und Langlauf, an dem er teilnahm, gewinnen konnte; so wurde er auch 1968 Landesmeister im Geländelauf der Junioren. Ebenfalls 1968 wurde Hans Erlarcher in Latsch Vinschgauer Meister im Weitsprung mit 6,09 Metern. 1971 wurde Pepi Schermer Regionalmeister im Leichtathletik-Dreikampf der Junioren. Bis 1973 wurden noch ab und zu einige Dorf- und Geländeläufe mit Athleten des SCA beschickt, dann erlosch die Tätigkeit für viele Jahre. Ein Neubeginn in der Leichtathletik ist nun bereits seit dem letzten Jahr im Gange. Im Winter 1989/90 hielt Sepp Wolf in der Turnhalle der Mittelschule Algund Grundlagentraining für Vorschulkinder ab. Mit diesem Kurs sollen die Kinder spielerisch an die Leichtathletik herangeführt werden. 12 Buben und Madchen zwischen 7 und 10 Jahren nahmen daran teil. Im Frühjahr 1990 nahmen bereits einige mit Erfolg an den Landesmeisterschaften in Lana bzw. Bozen teil. Besonders auszeichnen konnte sich der I4jahrige Ivan Berluti, der im Diskuswurf den 1. Platz belegte und Landesmeister wurde. Im Kugelstoßen erreichte er den zweiten Platz. Die Jugendarbeit wird das Hauptanliegen der Sektion sein. Die rege Teilnahme der Kinder an den Schulmeisterschaften zeigt einen Anstieg des Interesses für die Leichtathletik. Die Sektion bietet daher in Zukunft weiterhin Kurse und Trainingseinheiten


Kegeln

Erste und zweite Mannschaft des SCA, stehend (v. I. n. r.): Arnold Camper, Sektionsleiter Siegi Pirhofer, Walter Platzgummer, Rudi Prünster, Sepp Überbacher, Roland Götsch, Herbert Kröll, Arthur Garber;
hockend: Paul Prünster, Ewald Psenner, Luis Ennemoser, Reinhard Obergasteiger, Reinhold Niederegger, Othmar Galler. Im Bild fehlen Hans Auer und Konrad Getser
 

Die Sektion Kegeln im SC Algund wurde Ende 1984 auf Anregung des nunmehrigen Sektionsleiters Siegi Pirhofer gegründet, und in der Saison 1985/86 wurde erstmals an der Meisterschaft der D-Liga West teilgenommen. Im Jahre 1988 gelang dann der Aufstieg in die nachsthöhere Liga mit gleichzeitiger Teilnahme einer zweiten Mannschaft in der D-Liga. Pünktlich zum 25-Jahr-Jubilaum des SCA/Raiffeisen schaffte die erste Mannschaft den Aufstieg in die Serie B 2. Außer dem normalen Meisterschaftsbetrieb und der Einzel- und Paarmeisterschaft wurde noch am Bezirksturnier teilgenommen und um den Südtirolpokal gekegelt. Die Teilnahme an internationalen Turnieren im In- und Ausland sowie Vergleichskämpfe mit Aalen/Heubach, Sölden, Obergurgl sowie dem KSC Waldkirch rundeten die erfolgreiche sportliche Tätigkeit ab. Doch nicht nur Sportlich hinterließ die Sektion Kegeln deutliche Spuren, auch organisatorisch stellten die Kegler um Sektionsleiter Siegi Pirhofer ihren Mann. Im Jahre 1986 wurde nämlich erstmals die Algunder Dorfmeisterschaft im Kegeln für Hobbykegler, Vereine und Firmen ausgerichtet. Wie beliebt diese Veranstaltung mittlerweile geworden ist, läßt sich an den Teilnehmerzahlen ablesen: Bei der Dorfmeisterschaft 1990 nahmen 14 Freizeitkegelklubs, 16 Firmenmannschaften, und 37 Vereine mit insgesamt über 460 Keglern teil.


Schwimmen

Siegerehrung bei einem VSS-Schwimmen im Algunder Schwimmbad 1971
 

Die Sektion Schwimmen wurde 1970 gegründet. Erster Sektionsleiter war Thomas Kofler, Trainerin Ursula Theil, unter deren Regie in kurzer Zeit eine sehr umfang- und erfolgreiche Tätigkeit abgewickelt wurde. Bereits im ersten Jahr wurde in Algund ein provinziales Schwimm-Meeting mit 104 Schwimmerinnen und Schwimmern organisiert, 1972 folgte dann das Gedächtnisschwimmen Lino Cosentino mit Schwimmern aus sechs Ortschaften Südtirols und im selben Jahre ein Landesschwimm-Meeting mit 150 Teilnehmern aus neun Vereinen. In Zusammenarbeit mit dem VSS konnte auch ein Schwimmtrainer aus Innsbruck verpflichtet werden. Sportlich gesehen waren einige Talente vorhanden, besonders Paula Fili, die hervorragende Zeiten für ihre Altersklasse schwamm. Ebenso konnten Hans Moser und Hans Reinthaler gar manches Rennen gewinnen und gute Plazierungen erreichen. Auch mannschaftlich gesehen brauchte sich die SCA-Schwimmriege nicht zu verstecken, war sic doch meist gleich hinter den großen Stadtvereinen Bozen, Meran und Brixen plaziert. Die Sektion fiel dann in einen Dornröschenschlaf, wobei aber trotzdem immer wieder Schwimmkurse abgehalten wurden. Erst im letzten Jahr konnte Hans Moser wieder einen Neuaufbau der Sektion Schwimmen im SCA/Raiffeisen beginnen.